Bin gestern durch Zufall auf die Beschilderung gestoßen und bin der Route ab Wildbach bis Laurensberg gefolgt. Streckenweise (zwischen Uersfeld und Heyden) führt die Route über unbefestigte Feldwege, die nach regenreichen Vortagen nur bedingt Freude bereiten werden.
Motto: "Mit dem Drahtesel durch den Pferdelandpark"
Start: Aachen, Teufelsdenkmal am Lousberg
Startpunkt und Ziel des Aachener Fahrradsommers 2007 ist das Teufelsdenkmal am Ende der Kupferstraße, von wo aus der Fußweg in die Soers über einen Paß zwischen dem Lousberg und dem Salvatorberg führt. Hier gibt es nur ein beschränktes Angebot an Parkplätzen, das an den Wochenenden gewöhnlich schon von den dortigen Spaziergängern in Anspruch genommen wird. Soweit möglich reisen wir deshalb mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (Linie 13/13a) an oder bewältigen diesen ersten steilen Anstieg von der Stadt Aachen aus schon per Rad. Die hier von Christa Löneke-Kämmerling ins Bild gesetzte Teufelssage verknüpft die reale Erdgeschichte, eine Legende über die Erbauung des Aachener Doms und letztlich auch die park- und gartenbauliche Neugestaltung des Lousberges durch Aachens Bürger vor nunmehr genau 200 Jahren.
Der Weg führt zunächst die Kupferstraße wieder ein Stück zurück bis zur Theresienstraße, über die wir weiter über die Nizzaallee und die Rütscherstraße den Lousberg südwestlich umfahren. An der Schleifmühle vorbei (in vielen Karten fälschlich „ Speckheuer Follmühle“ bezeichnet) gelangen wir über die Schloßparkstraße bei Gut Scheuer in die Straße “Ferberberg”, wo uns die erste starke Steigung herausfordert. Zur Linken liegt vor der Überquerung der Autobahn gegenüber dem Hof Linde die ehemalige Soerser Schule sowie nach der Überquerung der Autobahn und noch unterhalb von Haus Ferber einer der wegen seines wertvollen Baumbestandes bemerkenswertesten privaten Aachener Parks.
Oben am Talrand angekommen queren wir die Berensberger Straße, die etwa auf der Grenze des ehemaligen reichsstädtischen Aachener Territoriums zum Heydener Ländchen im Herzogtum Jülich verläuft.
Wir durchfahren den beschaulichen Weiler Hasenwald mit einigen alten Höfen in Richtung Uersfeld, auf dessen unterstem Hof, dem Küppershof sich just in diesem Jahr der “rote Hahn aufs Dach setzte”. Vorbei an Mittel-Uersfeld, der kaum noch wahrnehmbaren Ruine des alten, wasserumwehrten Schlößchens Ottegraven kommen wir zur Querung der Roermonder Straße. Vor uns liegt der Herrensitz Groß- Uersfeld, das wir westlich um den Uersfelder Schloßweiher herumfahrend erreichen. Das nächste Wegstück bis zum nächsten kleinen Weiler Forsterheide mit einigen alten Höfen führt leider über einen nicht befestigten Weg, der schon vom Namen her als der alte “Mühlenfeldweg” erkennbar ist. Über die Forsterheider Straße und den Geuchter Weg erreichen den uralten Pachthof Geucht, dessen weiß geschlämmten Wände und roten Dächer schon von weitem zu sehen sind. Hier betreibt die Familie Lanckohr schon seit Generationen erfolgreich Pferdezucht. Auch die Wegstrecke bis zur Obermühle ist wenig ausgebaut. Wir halten uns beim Geuchter Hof links und fahren den Geuchter Feldweg ein Stück weit und biegen nach rechts in den Pütz-Eich-Weg und an dessen Ende nach rechts in die Scherbstraße ein. Vor der Obermühle liegt in einer Grünanlage zur rechten Hand eine von den Horbachern sorgfältig gepflegte kleine Fatima-Kapelle. An der Obermühle biegen wir nach links in den Weg entlang des Amstelbachs und befahren diesen bis Haus Heyden. Hier ist gewissermaßen der Wendepunkt der Fahrt, was uns veranlassen sollte, Rast zu machen und die vom derzeitigen Eigentümer sorgfältig restaurierte hochmittelalterliche Burganlage mit ihren zwei neuzeitlichen Vorburgen genauer in Augenschein zu nehmen. Vom Weg aus sieht man lediglich die aus dem späten 17. Jh. stammende Südfront der zweiten Vorburg dieser wohl bedeutendsten Burg im heutigen Aachener Stadtgebiet. Wer die noch erhaltenen beeindruckenden Reste der Hochburg sehen will, muß aber um das Wiesenareal um die Vorburgen herum so weit nach Norden fahren, bis er die ganze Anlage vor Augen hat. Man nimmt am besten den Heydener Feldweg auf der westlichen Seite der Anlage.
Die Fahrt führt nun weiter entlang der Hochzeitswiese über den Heydener Feldweg, der in die Scherbstraße übergeht, die das uralte Straßendorf Horbach durchzieht. Auf der anderen Seite der Kreuzung mit der Horbacherstraße führt die Straße den Namen “Oberdorfstraße”. Etlichen kleinteilig gegliederten Häusern Horbachs bis weit hinein in die Oberdorfstraße sieht man an, daß viele Horbacher früher im Bergbau und beim Transport der Kohlen einen bescheiden Lebensstandard entwickeln konnten. An der Kreuzung mit der Horbacherstraße liegen sich diagonal die Horbacher Pfarrkirche, St. Heinrich, und hinter einem großen Teich Gut Rosenberg, das heute eine kunsthandwerkliche Ausbildungswerkstatt beherbergt, gegenüber. Am westlichen Ende der Oberdorfstraße folgen in lockerem Siedlungsverbund mehrere alte Höfe (Schmack, Mönchhof, Bau, Wäsche, der kleine Kullhof, die beiden Broicher Höfe und Gut Steinstraß). Der Hofname “Steinstraß” wird von vielen als Beleg dafür angesehen, daß die Horbach west-östlich durchziehende Straße römischen Ursprungs ist. Westlich von Gut Steinstraß kreuzt den Wirtschaftsweg Laurensberger Straße/Alte Heerler Weg, die frühere römische Straße vom Bade- und Tempelbezirk Aquae Granni (dieser lateinische Name Aachens ist allerdings erst aus dem frühen Mittelalter bezeugt) nach Coriovallum (Heerlen). Wir biegen nach links in diesen asphaltierten Wirtschaftsweg ein und befahren ihn vorbei an einer kleinen ehemaligen Zollsiedlung und durch einen Abschnitt des Westwalles bis Vetschau. Am ersten Haus des Ortes, der ehemaligen Vetschauer Schmiede, halten wir uns für ein kurzes Stück nach links, um gleich danach wieder nach rechts in die nächste nach Süden führende Straße, die Karl-Friedrich-Straße, einzubiegen. Diese Straße folgen wir weiter nach Süden über den Hufer Fußpfad und die ehemalige Aachen - Maastrichter Eisenbahn hinweg, an den Hander Höfen und die alte Zeche “Karl-Friedrich” vorbei bis nach Laurensberg hinein. Wir biegen nicht wie der Kfz-Verkehr in die Laurentiusstraße ein, sondern queren diese, um weiter über den Rad- und Gehweg “An der Rast” bis zum Hof “Treut”zu gelangen, an dem man links vorbei zur Roermonder Straße kommt. Dem Radweg dieser Hauptverkehrsstraße folgen wir bis zur Schloss-Rahe-Straße. Durch einen kleinen Tunnel unter dem alten, aufgegeben Bahndamm hindurch gelangen wir zum links liegenden Schloß Rahe, der wohl bedeutendsten Schloßanlage Aachens. Sie diente Mitte des 19. Jh.der zweiten Frau König Willems I. der Niederlande als standesgemäßer Witwensitz. Willem I. stand nicht nur wegen seiner Beziehung zu der katholischen, aus der Lütticher Region stammenden Henriette d`Oultremont politisch unter Druck und dankte 1847 ab. Willem I. heiratete sie außerhalb der Niederlande am Hofe seines Vetters in Berlin. Das Ehepaar nahm seinen Wohnsitz in Preußen. Die zur Gräfin von Nassau ernannte Henriette bevorzugte nach dem Tode ihres Gemahls einen Ort nahe bei ihrer Familie. Wir nehmen hinter dem Schloß den nächste Abzweig nach rechts auf Gut Hausen zu, das über Jahrhunderte lang den Stiftskanonikern des Aachener Marienstiftes, des jetztigen Domkapitels, gehörte. Kurz vor Hausen fahren wir nach links in den am Regenrückhaltebecken vorbei führenden Geh- und Radweg. Dieser Weg führt durch eine kleine Unterführung unter die Autobahn hindurch schließlich wieder zurück zur Rütscherstraße. Auf dem Weg zurück zum Lousberg müssen wir nun wieder nach und nach Steigungen bewältigen, um aus dem Tal des Wildbaches bis zum Paß der Kupferstraße zwischen Lous- und Salvatorberg zu gelangen.
Wer die Strecke abkürzen und vor allem die Steigungen vermeiden will, beginnt die Fahrt in Laurensberg an Haus Hirsch und fährt von hier aus über die Berensberger Straße bis zur Abzweigung nach Hasenwald.
Wem allerdings die Strecke nicht lang genug ist, kann den Feldweg westlich an Haus Heyden vorbei bis zum Kapellchen bei der Einmündung der Pannesheider Straße fahren und dort über das Brückchen auf die niederländische Seite des Amstelbaches wechseln. Kurz hinter der Brücke gelangt man in die von der Gemeinde Kerkrade angelegte Grünanlage entlang des Amstelbaches. Nach einigen hundert Metern führt der Weg vom Bach hoch zu einem großen Kreisverkehr, an dem man die Hamstraat queren und dieser auf dem Radweg an der nördlichen Straße nach Westen folgen sollte, bis man wieder nach rechts in das Tal der Amstel einbiegen kann. Der landschaftlich reizvolle Abschnitt von der Ham-Molen bis zu den Teichen um Kasteel Erenstein ist großzügig als Naherholungsgebiet der Gemeinde Kerkrade ausgebaut worden.
(c) Stadt Aachen
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