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071 Zipfeltour2013 Tag11 Bad Lausick-Meißen

von oldcop999

Auf fast jedem Meter dieser Etappe sind die Hochwasserschäden unübersehbar. Entlang der Freiberger Mulde sind ganze Ortschaften mit Aufräumarbeiten befasst. Bemerkenswert, dass es offenbar eine der ersten Aktionen der Gemeinden war, den Muldetalradweg befahrbar zu machen. Überall ist der Unrat beiseite geschoben, meist ist eine Kehrmaschine gefahren und Schäden in der Fahrbahn sind notdürftig ausgebessert. Was sich nicht beseitigen ließ und von dieser Etappe in langer Erinnerung bleibt, ist der beißende Gestank in dieser Hitze. Trotzdem ein Dankeschön an alle, die hier das Fahren 2 Wochen nach dem Hochwasser schon wieder ermöglicht haben.

Ist der Elbe-Mulde-Weg eigentlich ein Radweg oder Wanderweg? Also einzelne Streckenabschnitte waren so abenteuerlich, dass ich meinem Navi nicht ganz glauben wollte, als es mich z.B. quer über eine Wiese schickte. Und während man in Bayern wenigstens noch das Wörtchen "bitte" zwischen "Radfahrer absteigen!" einfügte, wäre hier der Warnhinweis gar nicht nötig gewesen, man musste zeitweilig sowieso vom Rad.

Ein letztes Mal lässt Thüringen grüßen! Das erst in Erfurt "reparierte" Vorderrad mit der seitdem schleifenden Bremse haucht zwischen Leuben und Wahnitz noch einmal seine Lebensgeister aus. Das "Atlantic"-Reifenspray tut zwar auch seinen Dienst, aber es überzeugt mich nicht so sehr wie das von "Zefal". Nun in Meißen wird ein Fachmann, das Rad wieder richtig auf Vordermann bringen - ich bin knapp 100 € los, aber endlich wieder sicher und voller Vertrauen in das Rad unterwegs.

Das Stadtzentrum von Meißen ist geräumt! Das einzige was in den Läden steht, sind die Lüfter und Entfeuchter. Zunächst wundere ich mich, wo denn hier das Hochwasser herkam, die Elbe ist ja noch ein ganzes Stück weg. Erst später entdecke ich die eingemauerte Triebisch und wer das sieht, weiß sofort: Das nächste Hochwasser kommt bestimmt! Wo soll sie denn auch hin, die Triebisch, wenn die Elbe nichts mehr aufnehmen kann?

Am Ende narrt mich mein Navi doch noch. Statt die ca. 500 m von der Touristinfo in Meißen zur Pension an der Porzellanmanufaktor auf direktem Weg zu nehmen, will es mich zunächst über ein paar Treppen zwingen und führt mich schließlich auf einen 6 km langen Umweg mit über 120 Höhenmetern. Da habe ich dann nicht mal mehr ein Auge um die Aussicht zu genießen!


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